Die Hauptperson Ariana

Für die Anderen kommen noch Bilder, wenn ich welche erstellt habe 🥲😂
Kapitel 1
Ariana
Ich fahre mir noch einmal mit der Bürste durch die Haare, betrachte mich prüfend im Spiegel und sehe kritisch meine Schuhe an. Zu dem engen, silbergrauen Kleid und der Hochsteckfrisur trage ich klassische, rote High Heels von meiner Mutter. Sie wollte nicht, dass ich meine schwarzen High Heels anziehe, weil das ihrer Meinung nach zu einfarbig ist. Kurzentschlossen stelle ich die roten, lackglänzenden Heels weg und schlüpfe in meine schwarzen. Jetzt aber nichts wie los!
Als ich mein Zimmer verlasse, sieht mich meine Mutter mit gerümpfter Nase an. „Ariana!“ Ihre herrische Stimme hallt durch die Galerie, man kann sie bestimmt auch unten in der Eingangshalle hören. „Ich sagte, zieh die roten Schuhe von mir an!“ Ich sehe sie genervt an. „Mutter, die passen da nicht dazu. Von der Farbe her.“
Meine Mutter schüttelt unwillig den Kopf und bedeutet mir, die anderen Schuhe anzuziehen. Ich sollte ihr wohl besser gehorchen, sonst werden hier Köpfe rollen. Also gehe ich brav in mein Zimmer zurück und ziehe meine High Heels aus, bevor ich in ihre schlüpfe.
Schnell werfe ich noch einen Blick auf mein iPhone, das gerade auflädt. Louisa hat mir noch viel Glück gewünscht. In Gedanken bedanke ich mich bei ihr und verlasse dann eilig das Zimmer.
„Die Clutch!“ beschwert sich meine Mutter schon wieder und ich gehe eilig wieder in mein Zimmer. Ich hätte fast meine Handtasche vergessen! Ich stöpsele mein Handy ab und schiebe es in die winzige Clutch. Dazu kommen noch ein paar Essentials für einen wichtigen Abend, wie etwa Mascara, Eyeliner, Lidschatten und noch ein paar Schminksachen. Außerdem eine kleine Haarbürste und die Magnetkarte, um unser Zuhause aufzuschließen.
Dann bin ich endlich fertig und eile zu meiner Mutter, die schon in der großen Eingangshalle auf mich wartet. „Edmund!“ ruft sie, und sofort eilt unser Chauffeur auf sie zu. Ja, wir haben einen Chauffeur. Wir sind reich. Wir gehören zu den reichsten Familien in Birmingham.
Edmund hält uns die Tür auf und wir gehen die Treppen nach unten, zu dem Chevrolet, der nur auf uns wartet. Edmund öffnet sofort für mich und meine Mutter die Autotüren, dann wartet er bis wir sitzen, und schließt sie wieder. Er selbst setzt sich auf den Fahrersitz und lässt den Motor an.
Ich lasse mich in die Polster sinken und döse die Fahrt über.
Als wir endlich bei dem imposanten Anwesen der Familie Campbell ankommen, habe ich schon ein bisschen steife Beine. Nachdem Edmund uns beim Aussteigen geholfen hat, gehen wir auf das Eingangsportal zu. Die Security überprüft unsere Einladungen, dann winkt sie uns herein.
Schon auf dem weitläufigen Korridor stehen viele Menschen in Anzug und festlichen Kleidern. Mutter steuert unbeirrt eine große Flügeltür an, hinter der sich der Festsaal befindet. Ich folge ihr und betrete den Saal. Überall stehen, wie auch auf dem Gang, festlich gekleidete Leute herum. Fast alle halten ein Weinglas in der Hand und unterhalten sich.
Mein Blick wandert über die Menge, und ich entdecke einige vertraute Gesichter. Angebliche Freunde. Menschen, die man aus dem Internet und aus dem Fernsehen kennt. Menschen, mit denen mein Vater Geschäfte gemacht hat. Vater ist aktuell auf Geschäftsreise, daher konnte er nicht kommen. Und eins habe ich in der High Society gelernt. Man muss jeden, mit dem man sich abgibt, doppelt unter die Lupe nehmen. So oft schon hatte ich Freunde, die dann mit mir Shoppingtouren gemacht haben und nie genug Geld dabei hatten. Und das ist nur eines von vielen Beispielen.
„Ariana!“ Die zuckersüße Stimme fühlt sich an wie pures Gift, als sie in meinen Ohren nachhallt.
„Ruby!“ antworte ich in demselben Tonfall. Ruby Rodriguez, die aktuell hinter mir steht, sieht in ihrem roten Kleid und mit den glatten, schwarzen Haaren aus wie ein Teufel. Und ihre Augen sagen genau dasselbe. Sie ist weit bekannt als die Influencerin Rubyguez mit den legendären Schminktutorials. Leider ist sie im echten Leben nichts so nett, wie sie immer vor der Kamera tut.
Meine beste Freundin Louisa und ich hätten uns wegen ihr mal fast zerstritten. Doch ich versuche den Schein zu wahren, auch wenn es mir schwerfällt. Zum Glück erlöst mich ihr Freund, der gerade hinter ihr auftaucht.
Julian Evans war vor ein paar Wochen erst wegen eines Skandals im Fernsehen. Dass die Campbells ihn trotzdem eingeladen haben, wundert mich. Normalerweise lassen sie keine Flecken auf ihrer reinweißen Weste zu. Angeblich wurde Julian auf Mallorca beobachtet, wie er Drogen genommen hat. Ich bin tatsächlich versucht, dem ganzen zu glauben, da Julian Evans eher der weniger vertrauenswürdige Typ ist.
„Hey, Ruby. Ich hab River entdeckt. Kommst du mit zu ihm?“ River Byrne ist ein Geschäftspartner meines Vaters, unter anderem aber auch ein ziemlicher Playboy. Ich meine, schon klar, die meisten Jungs hier sind Playboys, aber er hat halt ungefähr jede Woche ein neues Girl am Start…
Als plötzlich Applaus ertönt, sehe ich mich suchend um. Die Saaltüren wurden geöffnet, und eine Gasse hat sich gebildet. Durch diese stolziert gerade Margaret Campbell, die Inhaberin des Unternehmens Campbell Shoes. Ich erschaudere, als ihr kalter Blick durch die Menge wandert, bis er schließlich auf mir landet, und auch dort bleibt.
Einige andere Prominente folgen ihrem Blick und sehen mich leicht verwirrt an. Doch ich kann auch nur mit den Schultern zucken. Was ist da los?
Hinter Margaret Campbell kommt ihr Mann, Richard Campbell. Die Temperatur im Saal scheint zu steigen, als hinter ihnen auch ihr Sohn, Elias Campbell auftaucht. Ich sehe, wie einige Mädchen rot anlaufen, als er ein Lächeln aufsetzt. Dem Gespann folgt auch der Zwillingsbruder von Elias, Noah.
Seine hellbraunen Haare fallen ihm ins Gesicht und es ist ihm sichtlich unangenehm, den ganzen Blicken ausgesetzt zu sein. Elias hingegen fühlt sich pudelwohl bei der ganzen Aufmerksamkeit.
Die Familie mischt sich langsam unter die Leute, und auf Elias läuft ein Mädchen zu. Ihre kastanienbraunen Haare fliegen ihr in sanften Wellen ums Gesicht, als sie Elias umarmt und ihm einen stürmischen Kuss gibt.
Ich sehe den strafenden Blick, mit dem Margaret Campbell ihren Sohn gerade attackiert. Elias lächelt sie selbstgefällig an, dann verschwindet er mit seiner Freundin in der Menge. Irgendwoher kommt mir dieses Mädchen doch bekannt vor! Ich schieße heimlich ein Foto von ihr, dann google ich. Gracie Bradford, Schauspielerin, 20 Jahre alt.
„Ariana…“ Die raue Stimme hinter mir lässt mich zusammenfahren. „Handys sind hier doch verboten…“ Rhys Davies steht hinter mir und hat einen Arm um meine Taille gelegt. „Nicht jetzt, Rhys!“ Entschieden schiebe ich den viel zu aufdringlichen Jung-Regisseur von mir. Den kann ich jetzt gar nicht hier brauchen. Schon gar nicht, weil er mein Ex ist.
Ja, Rhys Davies ist mein Ex. Ich kann es nicht glauben, dass ich ihn mal geliebt habe. Dieser affektierte Idiot. Als er sich abwendet und geht, starre ich ihm dennoch viel zu lange hinterher.
Elias
Ich halte dieses Champagnerglas in der Hand und stehe in diesem Saal, obwohl ich eigentlich viel lieber Surfen gegangen wäre. Heute ist so ein schöner Tag. Perfektes Surfwetter.
Aber nicht mit Mom. Sie hat bestimmt, dass ich auf diese scheiß Fete hier gehen soll. Das Einzige, was mir das Ganze hier ein wenig lustiger macht, sind die Blicke von Mom, wenn sie mich und Gracie sieht. Die sich mal wieder komplett an mich hängt, wie ein Hund. Nervig. Aber was soll ich tun? Um meine Mutter auf die Palme zu bringen, mache ich sogar das.
„Elias, können wir vielleicht zu dir aufs Zimmer?“ Gracie sieht mich mit bettelndem Welpenblick an. Zum Glück bin ich mit der Zeit dagegen immun geworden. „Nein.“ Ich sehe sie genervt an. Obwohl sie heute wieder wunderschön aussieht in ihrem hellgrünen Kleid mit dem taillenbetonten Schnitt und den offenen Haaren, habe ich keine Lust, gleich nach oben zu gehen und es mir gut gehen zu lassen. Auch wenn ich das machen würde, nur um Mom auf die Palme zu bringen.
Sanft ziehe ich an einer von Gracies goldenen Creolen. „Später. Wenn Mutter das mitbekommt, bin ich tot.“ Gracie nickt verständnisvoll. Ihre wunderschönen kastanienbraunen Haare wippen im Takt. Es ist jetzt nicht so, dass ich Gracie hässlich finde oder so, aber sie hängt zu sehr an mir. Sie hat sich abhängig von mir gemacht. Das ist es, was ich hasse. Wenn meine Ex-Freundinnen mir noch ewig hinterher stalken oder so was. Das ist immer total scheiße.
Also löse ich mich von Gracie und gehe auf das Buffet zu. Ein paar Kellner vom Catering-Team stehen in den typischen Kellner-Anzügen herum und halten, ganz klassisch, ein weißes Tuch über dem Arm. Als ich vor dem Tisch stehe, fahren sie sofort herum und fragen mich, was ich will.
Ich nehme einen Salat mit Ziegenkäse und Avocado und ein Glas Wein. Wie soll ich das hier sonst überleben?
Einer der Kellner wünscht mir noch einen guten Appetit und verbeugt sich. Ganz klar, der erhofft sich Trinkgeld. Wie praktisch, dass ich bei solchen Veranstaltungen nie Geld bei mir trage. Ich geselle mich zu meinem Kumpel Julian, der gerade mit seiner Freundin bei River Byrne steht.
„Hey, was geht?“ Ich klopfe Julian auf die Schulter, und dieser zuckt zusammen. „Ey Mann, erschreck mich nicht so!“ Ich grinse nur in mich hinein und nehme eine Gabel voll Salat.
Gerade taucht auch Noah aus dem Getümmel auf. Er sieht mich hilfesuchend an, denn hinter ihm laufen ein paar junge Frauen. Noah schiebt sich die Haare noch weiter über die Augen und versucht, zu flüchten. Doch die Girls haben anscheinend nicht vor, ihn so bald wieder gehen zu lassen.
„Hey.“ Ich setze meinen besten Gesichtsausdruck zum Flirten auf und lächele einnehmend. Es ist mir noch nie schwergefallen, Mädchen den Kopf zu verdrehen.
Währenddessen taucht Noah in der Menge unter und ich sehe, wie er mit einem Mädchen mit dunkelbraunen Haaren den Saal verlässt. Aha, sein Liebesleben kommt also auch so langsam in Fahrt.
„Hey.“ Das eine Mädchen hat nun auf mein Hey reagiert und schiebt sich nach vorne. Ich mustere ihr Gesicht. Sie hat große, rehbraune Augen und dünne Lippen, die zart geschminkt sind.
Ich entscheide mich, noch ein bisschen mit ihr zu spielen. Einfach nur, weil ich es kann, und damit meine Mutter ärgern kann.
„Dein Ausschnitt passt zu dir. Beide wunderschön.“ Ich lasse meinen Blick betont langsam über ihren Oberkörper schweifen, nur um dann an ihrem Ausschnitt hängen zu bleiben. Sie läuft rot an und schlägt sich die Hand vor den Mund. Auch eines von diesen nervigen Fangirls. Innerlich verdrehe ich die Augen, doch äußerlich habe ich immer noch das anzügliche Lächeln aufgesetzt, das Gracie so liebt.
„Elias!“ Ich höre die gespielt entrüstete Stimme meiner ehemaligen Schulkameradin Ava Taylor. Ich spüre den zarten Schlag auf meinem Arm, dann schiebt sie sich lachend in mein Sichtfeld.
Ihre langen, blonden Haare liegen auf ihrem unbedeckten Rücken, da ihr dunkelblaues Kleid diesen freilässt. Bei ihrer zarten Statur könnte man kaum denken, dass sie fest zuschlagen kann, doch das habe ich schon oft genug am eigenen Leib erfahren. „Ava!“ Lächelnd umarme ich sie kurz, dann wende ich mich wieder den Girls zu, die Noah gestalkt haben.
„Ich hab keinen Bock mehr zu reden.“ Eiskalt wende ich mich ab. Solche Menschen sind Abschaum.
Ich wende mich wieder Julian und River zu. „Ey, die hat dich ja so was von entsetzt angeschaut!“ River grinst mich an, und ich grinse mit. Julian sieht mich immer noch angepisst an. „Junge, ich hab dir nix getan!“ Ich verdrehe die Augen.
„Alle bitte zuhören!“ Die Stimme meiner Mutter hallt durch den Saal. Ich drehe mich in die Richtung, aus der sie kommt. Meine Mutter steht mit einem Mikrofon in der Hand an einem Ende des Saals. Davon weiß ich ja gar nichts! Normalerweise ist das immer alles abgesprochen.
„Ich freue mich, dass Sie alle hier sind. Ein herzliches Willkommen an alle Gäste, schön, dass sie hergefunden haben. Ich habe etwas zu verkünden. Bestimmt sind sie jetzt alle schon gespannt darauf. Ich will Sie ja nicht foltern. Mein geliebter Sohn Elias ist ja nun auch schon zweiundzwanzig Jahre alt.“ Worauf will sie hinaus?
„Langsam wird es Zeit, dass er den Bund der Ehe eingeht.“ Ein Raunen geht durch den Saal.
Moment.
Was.
Ich. Soll. Heiraten??
Aller verschwimmt vor meinen Augen. Ich spüre die Blicke in meinem Rücken, als ich wie ein kleines Kind aus dem Saal renne.
Fortsetzung folgt… (ich bemühe mich diesmal wirklich, dass ich regelmäßig aktualisiere. Wenn ich das vergesse, tut es mir leid 🥲)
